Die Haltung – Mein Podcast

Episode 3

Haltung bewahren bedeutet Halt wahren

Weshalb Haltung bewahren? Und weshalb ist das so schwer?

Ursachen für Haltungsfehler sind vielseitig. Teils angeboren, teils im Laufe des Lebens nach und nach erworben, können sie unangenehme Folgen nach sich ziehen. Die meisten von Euch wissen schon ganz gut, was sie besser machen könnten. Schließlich bekommen wir durch die Medien genug Input und wir können eins und eins zusammenzählen.
Aber weshalb fällt es uns dann so schwer, Haltung zu bewahren?

Und weshalb kommen Beschwerden oft aus dem Hinterhalt und plötzlich, obwohl sich an Deinen Angewohnheiten doch nichts verändert hat.

In dieser Episode erkläre ich Dir kurz und knapp, wie es zu Rückenbeschwerden kommen kann und decke Zusammenhänge zu anderen Strukturen auf, die durch Deine Haltung maßgeblich beeinflusst werden. So können neben Rückenschmerzen ebenso Konzentrationsstörungen, Schwindel, Tinnitus, ja sogar eine Beckenbodenschwäche eine Folge von schlechter Haltung sein.

Daher trainiere ich bereits seit vielen Jahren Wirbelsäulengymnastik-Gruppen (www.praxis-klenze.de/gymnastik/wirbelsaeulengymnastik/ ). Leider hat diese Bezeichnung einen eher negativen und verstaubten Touch. Zu Unrecht, wie ich finde. Denn auch ein Rückentraining kann man durchaus attraktiv und sportlich gestalten. Es ähnelt bei mir eher einem Ganzkörpertraining. Mal mit, mal ohne Musik. Mal mit, mal ohne Gerät. Und meine Teilnehmer haben eine Menge Spass.

Zu einem rückenschonenden Verhalten benötigen wir neben einer gut trainierten Bauch- und Rückenmuskulatur vorallem die Tiefenmuskulatur. Das sind die tiefer liegenden Anteile der Bauch- und Rückenmuskulatur, die das Körpergerüst stützt und hält. Aber auch die Beckenbodenmuskulatur zählt dazu (sowie bestimmte Muskeln in den Beinen).
Jedoch können wir unserem Rücken nur gerecht werden, wenn auch die Beinkraft mitspielt. Und Schultergürtel, sowie die Arme sollte man dabei auch nicht außen vor lassen.

Unsere äußere Haltung lässt häufig Rückschlüsse auf unsere innere Haltung zu und umgekehrt. So kannst Du jemandem ansehen, wenn er schlecht drauf oder lustlos ist. Ein Mensch mit Depressionen z.B. wird ziemlich sicher nicht aufrecht und mit gestrafften Schultern durchs Leben gehen (allenfalls um seine Stimmung zu kaschieren). Hingegen wird ein Mensch, der Respekt von seinen Mitmenschen einfordert und der etwas erreichen möchte, bestimmt nicht mit hängenden Schultern und in sich zusammengesunken auftreten. Schaut Euch mal bewusst Euer Umfeld an.

Alles weitere erfahrt Ihr in diesem ersten Teil dieser Episode.

 

Übungsteil: Dehnung nicht vergessen!

Damit wir uns besser aufrichten können, müssen unsere Muskeln ausreichend gedehnt sein.
Einer der Muskeln, der (fast) bei jedem verkürzt ist, nachdem wir alle unsere Tätigkeiten vorne verrichten, ist der Muskulus Pectoralis, unser größter Brustmuskel. Hier erkläre ich Dir, wie Du diesen zwischendurch und einfach dehnen kannst. Diese Dehnung kannst Du so häufig machen, wie Du möchtest. Irgendwann wird wahrscheinlich der Zeitpunkt kommen, an dem Dein Körper automatisch in die Aufrichtung geht, um hier weit zu werden, wenn er oft die Erfahrung gemacht hat, dass ihm das gut tut. Positiver Nebeneffekt: Eine vertiefte Atmung.

Die zweite Dehnübung gilt der Muskulatur an der oberen Halswirbelsäule bzw. am Schädelansatz. Hier kommt es durch die fehlende aufgerichtete Haltung gerne zu starken Spannungen und Verkürzungen, die z.B. zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen u.v.m. führen können.

Kleiner Tipp: Klebe Dir ein Erinnerungs-Post-it gut sichtbar z.B. an Deinen Arbeitsplatz oder lass Dich von Deinem Handy regelmäßig daran erinnern, dass es an der Zeit ist zu dehnen. Oder verbinde diese Aufgabe mit anderen festen Gewohnheiten.